Geisha: Japanischer Beruf mit Tradition

Wohl über keinen Aspekt der japanischen Kultur kursieren so viele Gerüchte und Klischees wie über das Berufsbild der Geisha. Die kunstvoll geschminkten und prächtig gekleideten Unterhaltungskünstlerinnen beflügeln die Fantasie der Europäer und regen zu Spekulationen an, ob zum Programm einer Geisha vielleicht doch mehr gehört als Musik, Tanz und gepflegte Konversation.

Ein Ausbildungsberuf mit Tradition

Bereits seit dem 18. Jahrhundert ist der Beruf der Geisha bekannt und bis heute unterziehen sich manche japanische Mädchen der strengen Ausbildung in den traditionellen Künsten wie Kalligrafie, Gesang, Tanz, der japanischen Teezeremonie und dem Spiel auf Saiteninstrumenten, welche einer Karriere als Geisha vorausgeht.

Auch die Wahl des zum Anlass und zur Jahreszeit passenden Kimonos, das korrekte Auftragen des Make-ups und das kunstvolle Frisieren der Haare gehören zum Lehrplan. Um Erfolg zu haben, muss eine Geisha zudem gebildet, anmutig und charmant sein und immer perfekte Selbstbeherrschung zeigen. Entgegen mancher Auffassung hat dieser Beruf jedoch üblicherweise nichts mit Prostitution zu tun.

Geisha

Traditionelle Schminke der Geishas (Bild: Daniel Bachler/Wikipedia unter CC BY-SA 2.5)

Touristen-Spektakel oder kulturelles Erbe?

Der Beruf der Geisha ist also mit sehr vielen überlieferten Pflichten und Einschränkungen verbunden. Angesichts dieser hohen Anforderungen ist es verständlich, dass nur noch wenige junge Japanerinnen sich für eine Laufbahn als traditionelle Geisha entscheiden. Moderne Berufe bieten bessere Aufstiegschancen, ohne den Bewerberinnen ein derart hohes Maß an Disziplin und Engagement abzuverlangen.

Daher wurden die Ausbildungsbedingungen gelockert, sodass viele Aspekte der Geisha-Kultur bereits im Verschwinden begriffen sind oder zur reinen Touristenattraktion herabsinken. Es dürfte jedoch klar sein, dass ein Kimono, eine Perücke und weiße Schminke alleine noch lange keine Geisha ausmachen.