Mit Eselsbrücken Japanisch lernen

Japanisch zu lernen, kommt für viele Menschen schon allein wegen der umfangreichen Sammlung an Schriftzeichen nicht in Frage. Dazu kommt, dass viele Worte je nach Betonung doppeldeutig sein können. Wer sich davon aber nicht abschrecken lässt, kann mit ein paar Tricks und ein wenig Durchblick die Schönheit der Sprache entdecken und leichter Japanisch lernen.

Blume oder Nase?

Hana heißt, je nach Betonung und Schriftzeichen, Blume oder Nase. Aufgrund der im Vergleich zur deutschen Sprache im Japanischen recht geringen Silbenanzahl kommt es bei vielen Wörtern zu solchen Doppeldeutigkeiten, die nur aus dem Kontext heraus verständlich sind.

  • Ein weiteres Beispiel wäre hashi: Brücke oder Essstäbchen.

Es hilft ungemein, das Schriftzeichen (Kanji) jeweils zusammen mit der Vokabel zu lernen. Natürlich ist es am Anfang mühsam, sich die beiden Kana-Systeme einzuprägen und zusätzlich noch Kanji zu pauken.

  • Aber es lohnt: Wer weiß, dass das Schriftzeichen für „groß“ (ookii) auch manchmal „dai“ gelesen wird, der hat die Hälfte des Wortes für „Universität“ (dai-gaku, wörtlich etwa „große Wissenschaft“) schon gelernt.

Bilder sprechen Bände

Japanische Schriftzeichen, die sogenannten Kanji, sind keine Bilderschrift, sondern tatsächlich Schriftzeichen – so die Definition. Eine Bilderschrift besteht aus tatsächlichen Bildern, während Schriftzeichen von Bildern herrühren mögen, aber nun für Laute und Konzepte stehen.

  • Viele der einfachen Kanji lassen noch ihre Herkunft erkennen: Was aussieht wie eine Heugabel ohne Stiel sind drei Bergspitzen, das Zeichen wird einzeln yama gelesen und heißt übersetzt Berg. Aus mehreren Radikalen zusammengesetzte Zeichen ergeben eine kleine Geschichte, die die Wortbedeutung verrät.

Frau + Kind = Liebe

Das Schriftzeichen für suki (lieben, gern haben) setzt sich aus den Radikalen oder Einzelzeichen für Frau und Kind zusammen.

  • Viele japanische Schriftzeichen lassen sich so in Verbindung der zugehören Wörter lernen. Ein Baum (ki) ist ein Baum, zwei Bäume sind ein kleiner Hain (hayashi, zusammengesetzt aus zwei Schriftzeichen für ki), und drei Bäume machen schon einen richtigen Wald (mori, dreimal ki) aus.

Zusammengesetzte Wörter

Was im kleinen Rahmen für einzelne Schriftzeichen funktioniert, das gilt auch für ganze Wörter. Shirokuma ist der Eisbär, zusammengesetzt aus shiro (-i) = weiß und kuma = Bär, und daisuki heißt lieben – zusammengesetzt aus dai (ookii) = groß und suki = lieben.