Die japanische Sprache

Schon auf den ersten Blick ist es leicht zu erkennen, dass Japanisch nicht zu den indoeuropäischen Sprachen gehört. Die Einordnung und Herkunft des Japanischen sind jedoch umstritten, wenn auch eine Verwandtschaft zu den Sprachen der Ryūkyū-Inseln als bewiesen gilt.

Fest steht allerdings, dass Japanisch zu den agglutinierenden Sprachen gehört. Darunter versteht man Sprachen, bei denen die Wörter durch das Anhängen von Endungen grammatische Veränderungen erfahren.

Angenehm einfach: Die Grammatik

Die Grammatik des Japanischen erscheint vielen Sprechern von indogermanischen Sprachen als relativ einfach. Japanische Nomen kennen in der Regel weder Singular noch Plural und sind zudem unabhängig von Kasus und Genus.

Verben werden nicht entsprechend der Person konjugiert und bezüglich der Zeiten kennt das Japanische lediglich die Gegenwart und die Vergangenheit. Beide Zeitformen sind durch entsprechende Endungen gekennzeichnet. Der grammatische Bezug zwischen den Wörtern wird durch die Verwendung von Partikeln angezeigt.

Zudem nutzt das Japanische in der Satzstellung die Reihenfolge „Subjekt – Objekt – Prädikat“. Allerdings kennt das Japanische verschiedenen Höflichkeitsstufen, sodass je nach Beziehung zum Gesprächspartner und sozialem Umfeld verschiedene Synonyme, Anredeformen, grammatische Konstruktionen und Floskeln verwendet werden müssen.

Japanische Sprache

Japanisch hat außerhalb des Landes geringe Bedeutung (Bild: artalis – Fotolia.com)

Sprache mit kompliziertem Schriftsystem

Während die Grammatik auch für Lerner innerhalb weniger Jahre zu erfassen ist, stellt die Schrift eine Herausforderung dar. Sie besteht aus drei Systemen, die gleichzeitig verwendet werden.

Die japanische Sprache hat aus dem Chinesischen die oft komplizierten „Kanji“ entliehen und angepasst. Von den bestehenden rund 50.000 Zeichen gelten etwa 2000 Kanji als notwendig für den Alltag. Neben diesen Zeichen verfügt Japanisch zudem über zwei Silbenalphabete: Hiragana und Katakana.

Hierbei bilden jeweils ein Konsonant und ein Vokal zusammen ein Silbenzeichen. Während Hiragana-Zeichen vor allem für grammatische Endungen, Partikeln und einige weitere Wörter verwendet werden, dienen die Katakana lediglich zur Schreibung ausländischer Lehnwörter.

130 Millionen Sprecher und trotzdem keine Weltsprache

Mit knapp 130 Millionen Sprechern in Japan und der Welt gehört das Japanische aber trotzdem nicht zu den Weltsprachen. Zwar wird die Sprache nicht nur in Japan, sondern auch in den USA und in Brasilien gesprochen, jedoch sind es zumeist ausgewanderte Muttersprachlicher und keine Zweitlerner des Japanischen und somit kommt der japanischen Sprache als Verkehrssprache kaum Bedeutung zu.