Geschichte

Japan wurde wahrscheinlich vor ca. 30.000 Jahren von altsteinzeitlichen Menschen aus dem kontinentalen Asien besiedelt. Vor rund 10.000 Jahren, nach dem Ende der letzten Eiszeit, entwickelte sich die sogenannte Jomon-Kultur heraus. Diese Jäger und Sammler lebten in Holzhäusern und fertigten kunstvolle Tongefäße- und figuren an.

Eine zweite Welle von Einwanderern kam ca. 300 v. Chr. über Japan. Die aus Korea stammenden Yayoi führten Metall-Verarbeitung, Reisanbau und das Weben ein.

Buddismus in JapanAltertum

Die Aufzeichnung der japanischen Geschichte begann mit der Kofun-Zeit (ca. 300-552 n. Chr.). In dieser Epoche bildete sich das Kaisertum heraus, unter dem Japan vereint wurde.

Während der Asuka-Periode (552-710) kamen der Buddhismus und das chinesische Schriftsystem nach Japan. Das Land mit seinen vielen Klans wurde von der Yamato-Provinz aus regiert.

Die erste starke Zentralregierung bildete sich jedoch erst in der Nara-Zeit (710-794) heraus. Von der Hauptstadt Nara aus regierte eine aristokratische Elite das Land, welche dem Buddhismus angehörte, während die Landbevölkerung eher dem Shintoismus zugeneigt war.

In der Heian-Ära (794-1192) wurde die Hauptstadt in das heutige Kyoto verlegt und die Macht des Kaisertums nahm ab, während das kaiserliche Beamtentum an Macht gewann. In dieser Zeit entstand auch die Kriegerklasse der Samurai und Japan erlebte eine einzigartige kulturelle Blüte.

Mittelalter

Während der Kamakura-Zeit (1192-1333) übernahmen die Shōgune, der Kriegeradel der Samurai, die Macht im Land, welches sie im Namen der Kaiser bis 1868 von Kyoto aus regierten. In den Jahren 1274 und 1281 verteidigten sie Japan erfolgreich gegen die Angriffe der Mongolen.

Mit der Muromachi Zeit (1336-1573) begann für Japan eine Ära der inneren Unruhen und Bürgerkriege. 1336 stürzte die Ashikaga-Dynastie den bisherigen Kaiser Go-Daygo, der versucht hatte, die Macht der Shōgune zu brechen. Es folgte ein Bürgerkrieg zwischen dem nördlichen und südlichen Hof, der 1392 mit der Aufgabe von Go-Daygos Nachfolgern endete. Gegen Ende des 15. Jh. verloren die Ashikaga an Macht und es begann die Zeit der streitenden Reiche, die erst 1573 mit der Absetzung von Ashikaga Yoshiaki endete.

Zwischen 1573 und 1603 (Azuchi-Momoyama-Zeit) wurde Japan wiedervereint. Zu dieser Zeit trafen auch die ersten Europäer im Land ein.

Frühe Neuzeit

Die Edo-Zeit (1603-1868) gilt als Friedens- und Wohlstandsperiode in der japanischen Geschichte. Die Shōgunen-Dynastie der Tokugawa regierte das Land von der neuen Hauptstadt Edo aus (dem heutigen Tokio) und betrieb eine Politik der Isolation, die unter anderem die Einmischung in ausländische Kriege verbot.

In den Jahren 1853 bis 1867 führten zahlreiche Umbrüche unter westlichem Einfluss zum Ende des Shōgunats. Durch die Meiji-Restauration erhielt der Kaiser (Tennō) die volle Macht über den Staat zurück. Diese Zeit markierte auch den Anfang vom Ende der Kriegerklasse der Samurai.

Japan von 1870 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs

Japan von 1870 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs (Bild: Markalexander100/Wikipedia unter CC BY 3.0)

Moderne

Unter der Regentschaft von Kaiser Mutsuhito (Meiji-Zeit, 1868-1912) entwickelte sich Japan von einem rückständigen Feudalstaat zur imperialen Großmacht. In dieser Zeit führte es Kriege gegen Russland, China und Korea. Auf Mutsuhito folgte 1912 der körperlich und geistig behinderte Kaiser Yoshihito (Taishō-Zeit, 1912-1926).

Das japanische Parlament nutze dessen Schwäche, um politische Reformen voranzubringen, die das Land liberaler und demokratischer machten. Zur gleichen Zeit festigte Japan seine Herrschaft über Korea und eroberte während des Ersten Weltkrieges den Norden Chinas.

Die darauf folgende Shōwa-Zeit (1926-1989) unter dem Kaiser Hirohito gilt als Hochphase des japanischen Imperialismus. Während des Zweiten Weltkrieges stand Japan an der Seite Hitler-Deutschlands und verursachte mit dem Angriff auf Pearl Harbor den Kriegseintritt der USA. Im August 1945 schlugen die USA Japan schließlich mit den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki.

Nach der Kapitulation 1945 folgte eine Phase der Demokratisierung und des starken wirtschaftlichen Aufschwungs. Die Liberaldemokratische Partei Japans wurde zur dominierenden Regierungspartei, die bis in die Gegenwart fast ununterbrochen den Ministerpräsidenten stellte.

Nach dem Tod Hirohitos 1989 und der Thronbesteigung seines Sohnes Akihito (Heisei-Zeit, 1989-) häuften sich die wirtschaftlichen Probleme des Landes, die sich in den letzten Jahren zu einer echten Wirtschaftskrise ausgeweitet haben.

(Bild: 1 Comugnero Silvana – Fotolia)