Tag der Ehrung der Alten

Der Konfuzianismus lehrt den Respekt vor dem Alter. Wie in den meisten asiatischen Gesellschaften, so findet sich auch in Japan die Ehre vor dem Alter. Während im Westen das Alter eher als Last gesehen wird, sowohl vom Älteren selbst als auch von den Jüngeren, ist es in Asien eine wohlverdiente Ehre.

Ein älterer Mensch hat seinen Teil für die Gesellschaft getan, hat Lebensweisheit erworben und Menschenkenntnis, hat die gegenwärtige Gesellschaft mitgeprägt, aber eben auch Platz für die jüngere Generation gemacht. Und dieser jüngeren Generation obliegt es dann auch, die Älteren zu ehren und ihnen Respekt zu zollen.

Vom Volksfest zum Nationalfeiertag

Der Tag zur Ehrung des Alters (Keiro no hi) findet am dritten Montag des Septembers statt. Er wurde von der japanischen Regierung 1966 eingeführt. Anlass war ein traditionelles Volksfest in der Präfektur Hyogo, die 1947 ins Leben gerufen wurde. Es war ein Volksfest, das die ältere Generation ehren sollte – kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges war dies eine in Depressionen verfallene Generation.

1966 war Japan in der Zeit der Hochwachstumsphase der Wirtschaft. Die Regierung führte den Feiertag, der bis 2003 jeweils am 15.09. gefeiert wurde, zur Ehrung derjenigen ein, die Japan nach der Niederlage wieder aufgebaut hatten.

Ein Fest für die Alten

Das Fest ist ein frohes Volksfest, in das vor allem die Nachbarschaftsgruppen eingebunden sind. Diese organisieren kleine Esspakete, die jüngeren, Kinder wie Jugendliche, führen Tänze und kleine Theaterstückchen vor und jeder zollt dem Alter seinen Respekt, indem die Älteren, egal ob verwandt oder nicht, den gesamten Tag im Mittelpunkt stehen.

Sie werden zum Essen eingeladen, erhalten kleine Geschenke von den Enkelkindern und Kindern. Im Laufe des Tages verliert das Fest dann auch immer mehr den „formalen“ Charakter und wird familiärer. Abends sitzen die Erwachsenen beisammen und stoßen gemeinsam auf das Alter an. Genauso wie in westlichen Gesellschaften wird das Alter aber auch in Japan immer mehr zum Problem. So wurde jüngst die Altersgrenze der zu Ehrenden von 60 auf 65 Jahre verschoben.