Edo-Jō: Kleine Geschichte der Burg in Tokio

Die alte Burg in Tokio, die sogenannte Edo-Jō, ist zwar mittlerweile in weiten Teilen verfallen, aber trotzdem immer noch für Besucher zugänglich. Genau wie die Burgen im alten Europa, diente sie vor allem dem Schutz der Herrschenden und war demnach auch auf ihre Wehrhaftigkeit hin gebaut worden. Lange Zeit hindurch war sie sowohl Wohnsitz als auch Machtsymbol und ist ein wichtiges Monument der stolzen, japanischen Kulturgeschichte.

Edo-Jō - Burg in Tokio

Ein Plan von Edo-Jō aus dem 19. Jahrhundert (Bild: Wikipedia – gemeinfrei)

Die ersten Erbauer und Besitzer

Der zu seiner Zeit große Militärstratege Ota Dokan ließ die Burg 1457 im heutigen Tokio, das damals noch Edō hieß, bauen. Nach seinem Tod verfiel das einzigartige Bauwerk allerdings sogleich wieder, bis Tokugawa Ieyasu den Wert der Anlage erkannte und 1590 beschloss, die Edo-Jō zu erneuern.

Zuvor hatte er sich die Gebiete um die Tokio-Bucht herum erstritten. Denn auch in dieser Zeit war es für die Herrschenden immer noch nötig, sich und ihre Familie zu schützen. Gerade die Lage der Burg auf einer Bergnase über der Tokio-Bucht schien dafür ideal zu sein.

Von der Provinzburg zum Hauptregierungssitz

Im Jahre 1600 hatte Tokugawa Ieyasu schließlich die Macht in ganz Japan übernommen und das Land wurde fortan von der Burg Edo-Jō aus regiert. Gemäß der Architektur der Zeit lagen um die Hauptburg herum einige Vorburgen. In den Vorburgen lebten die engsten Vertrauten und Weggefährten des Herrschers. Jede Burg – vor allem die Hauptburg – wurde dabei durch Gräben geschützt, die ebenfalls noch einmal um die gesamte Anlage herum vorhanden waren.

Ein langsames Ende

Der Meiriki-Großbrand zerstörte die Burg 1657 völlig. Es ist einer der schlimmsten Großbrände in der Geschichte Tokios, bei welchem auch 100.000 Menschen starben. Man errichtete zwar die Burg Edo-Jō als solche wieder, verzichtete aber auf den Wiederaufbau des aufwendigen hohen Turms. Ab 1868 verlor die Burg langsam an Wichtigkeit, da die anschließenden Shogune sich neue Residenzen bauten, die ihnen zeitgemäßer erschienen.