Religion in Japan: Glaubensrichtungen und ihr Einfluss

Japan ist eine Nation, in der sich stets mehrere Glaubensrichtungen nebeneinander entwickeln konnten. Diese haben sich im Laufe der Zeit miteinander vermischt und so ein ganz eigenes Weltbild erschaffen. Insgesamt ist Japan in Bezug auf religiöse Strömungen sehr tolerant und innerhalb der Gesellschaft existieren die verschiedenen Religionen und Lehren nebeneinander.

Religion in Japan

Japan wurde und wird von unterschiedlichen Religionen geprägt. (Bild: Chris 73 / Wikimedia Commons unter CC BY-SA 3.0)

Shintoismus und Buddhismus

Shintoismus, kurz auch Shinto, und Buddhismus sind die größten Religionsgemeinschaften in Japan, die sich auch erheblich überschneiden. Der Shintoismus wird mit „Weg der Götter“ übersetzt und ist ein polytheistischer Volksglaube, in dem die einheimischen Götter Japans, Naturgewalten und göttergleiche Vorfahren im Zentrum stehen. Die Gottheiten, als Kami bezeichnet, haben dabei Form von Menschen, Tieren oder auch abstrakten Wesen.

Man spricht beim Shinto daher auch von einer theophanischen oder animistischen Religion. Der Shintoismus besitzt keine festgelegten Lehren und wird als japanische Urreligion bezeichnet, hinsichtlich einer genauen Definition gibt es unter Religionshistorikern allerdings immer noch keine Einigkeit. Grob kann man sagen, dass das Ziel des Shinto in der Verehrung der Kami und dem Streben nach Harmonie liegt.

Als Bukkyo bezeichnet man den japanischen Buddhismus, der sich aus der Vermischung des im 5. und 6. Jahrhundert aus China und Indien stammenden Buddhismus mit dem althergebrachten, japanischen Glauben entwickelte. Der Buddhismus füllte Lücken des Shintoismus bezüglich eines Lebens im Jenseits. Die japanische Kultur wurde maßgeblich durch die verschiedenen Strömungen des chinesischen Buddhismus geprägt und beeinflusst das Ästhetikverständnis und den Totenkult der Japaner bis heute.

Konfuzianismus

Der Konfuzianismus ist eine staatspolitische Lehre, die sich mit Philosophie sowie der Organisation des Staates und der Gesellschaft befasst. Bereits im 3. Jahrhundert verbreiteten sich die Gedanken des chinesischen Konfuzianismus in Japan und entwickelten sich zum festen Bestandteil der japanischen Gelehrtenbildung und des japanischen Weltbildes. Der Konfuzianismus gehört neben dem Buddhismus und Daoismus zu den „Drei Lehren“ Chinas, die sich gegenseitig und untereinander beeinflussen und auch im alltäglichen Leben in Japan eine große Rolle spielen.

Daoismus

Auch die philosophische Lehre des Daoismus fand ihren Weg von China nach Japan und brachte neue Einflüsse in die japanische Kultur und Philosophie. Daoismus leitet sich vom chinesischen Wort „Dao“ ab, was so viel wie „Weg“ bedeutet, aber bereits eine zusätzliche Bedeutung wie „Methode“, „Prinzip“ oder „der rechte Weg“ erlangt hat. Der Dao ist dabei Ursprung und Vereinigung der Gegensätze und philosophisch betrachtet jenseits aller Begrifflichkeit. Anhänger des Daoismus streben nach der Rückkehr zum Ursprung, um Erleuchtung zu erlangen und das Dao zu erfüllen. Dies geschieht mittels Meditation, Konzentration, Atemtechnik, Ritualen und Magie.

Synkretismus

Synkretismus im Allgemeinen bezeichnet die Vermischung religiöser Ideen und Philosophien zu einem neuen System oder Weltbild. Der japanische Urglaube des Shintoismus vermischte sich mit den drei großen Lehren des asiatischen Festlandes und bildete eine einmalige Symbiose. Der Schwerpunkt liegt dabei auch heute noch auf einer Kombination des Buddhismus mit dem Shintoismus. In Japan ist es so, dass die Menschen nicht direkt einer Religion „angehören“, sondern vielmehr eigenen Synkretismus betreiben, indem sie die verschiedenen Lehren und Religionen nach eigenem Ermessen mischen.